Justizbeamter gesteht Schmuggel für Häftlinge

Ein 38 Jahre alter, vorläufig vom Dienst suspendierter Justizvollzugsbeamter aus Baden-Württemberg hat ein vollumfängliches Geständnis abgelegt und zugegeben, Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn in den Jahren 2016 bis 2018 mit Drogen, Handys und Medikamenten versorgt zu haben. Für diese Botendienste soll er Geld angenommen haben, insgesamt etwa 3000 Euro.

Rüdiger Soldt

Der Mann, der wegen Bestechlichkeit angeklagt ist und sich vor dem Landgericht Heilbronn den Vorwürfen stellen muss, gab zu, alle 23 Einzeldelikte, die ihm in der Anklageschrift vorgeworfen werden, begangen zu haben. Als Motiv gab er an, wegen einer Scheidung in finanziellen Nöten gewesen zu sein. Sein Verhältnis zur JVA-Leitung sei gestört gewesen, von den Häftlingen habe er in dieser schwierigen Lebensphase Trost zugesprochen bekommen. Er will als Zeuge gegen weitere Beschuldigte aussagen. Am Anfang habe er als kleine Gefälligkeit Lebensmittel und Handys in den Knast geschmuggelt. Drogen seien später hinzugekommen.

Schon im Juli 2018 war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Heilbronn gegen mehrere Mitarbeiter des Justizvollzugsdienstes Ermittlungen aufgenommen hatte, weil sie Drogen in das Gefängnis geschmuggelt haben sollen. Insgesamt war gegen acht JVA-Mitarbeiter ermittelt worden, in sieben Fällen konnten die Ermittlungen abgeschlossen werden.

Die grün-schwarze Landesregierung und Justizminister Guido Wolf (CDU) entschieden nach dem Bekanntwerden der Fälle, ein Gesamtkonzept zur Vorbeugung zu entwickeln, um Haftgebäude besser zu sichern. Außerdem wurde neue Detektionstechnik eingebaut. Der Heilbronner JVA-Leiter war im Oktober 2018 versetzt worden.

Share

You may also like...