Mieles Generation 7000 im Überblick

Es kommt nicht häufig vor, dass Miele nach Gütersloh zu einer großen Veranstaltung einlädt. Insofern durfte man von der „größten Produkteinführung der Geschichte des Unternehmens“ einiges erwarten. Miele hat geliefert. Die Generation 7000 löst die 6000er ab, die vor sechs Jahren eingeführt wurde. Darunter sind neue Backöfen, Kochfelder, Dampfgarer, Kaffeevollautomaten und Geschirrspüler. Produktgenerationen haben bei Miele ein geräteübergreifendes Design. Die 7000 kommt in vier neuen Linien, unter anderem mit Vollglasfronten in Graphitgrau, Brillantweiß und Obsidianschwarz. Jede Produktgattung hat technische Neuerungen bekommen.

Marco Dettweiler

Allen voran die Backöfen. Nähert man sich ihnen, fällt eine erste technische Spielerei auf. Der Backofen erkennt die Handbewegung als Geste und schaltet Display und Licht an. Während diese Funktionalität ihre Sinnhaftigkeit noch sucht, leuchtet die nächste schon mehr ein. Ab einer gewissen Modellklasse wacht im Ofen eine Kamera über das Essen. Sie sitzt oben zwischen Heizspirale und Tür in einer geschlossenen Nische. Im Minutentakt schickt der Backofen ein Bild in HD-Qualität vom Kuchen, Braten oder Brot auf das Smartphone. Beide Geräte müssen im heimischen Netzwerk eingebunden sein. Der Nutzen von Foodview geht über das hinaus, was man von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen kennt, die einfach nur melden, wann sie fertig sind. Per App lässt sich nämlich der Heizvorgang verlängern, wenn man durch Betrachten des Bildes feststellt, dass das Brot oder der Auflauf noch ein paar Minuten Hitze vertragen können.

Am meisten überzeugt die neue Funktion Tastecontrol, die bei fast allen Backöfen verfügbar sein wird. Damit verhindert das Gerät, dass die Lebensmittel nicht noch Resthitze abbekommen, wenn der Vorgang beendet ist. Normalerweise berechnet der Koch die Back- oder Bratzeit so, dass am Ende direkt Hähnchen, Kuchen oder Rinderbraten herausgenommen werden. Sollte er durch ein Telefonat, den Paketdienst oder ein anderes Ereignis verhindert sein, hat er wenig Möglichkeiten, das Nachgaren zu unterbinden. Mit Tastecontrol wird definiert, auf wie viel Grad der Ofen direkt nach Programmende abkühlen soll. Beim Kuchen würde man auf die Tiefsttemperatur von 45 Grad gehen, bei einem Braten, Fisch oder Kartoffelgratin nur auf zirka 70, um das Ganze warmzuhalten. Die neuen Backöfen von Miele schaffen die Temperatur um 100 Grad in fünf Minuten zu reduzieren, indem sie automatisch die Klappe einen Spalt öffnen und durch diese kältere Luft hineinziehen und die heiße hinausblasen.

Der neue Backofen öffnet sich automatisch, um sich abzukühlen. Bilderstrecke

Die Generation 7000 bietet auch ein neues Induktionskochfeld, das es in einer Breite von 60, 80 und 90 Zentimeter geben wird, mit und ohne Edelstahlrand. Es hat eine Vollflächeninduktion ohne definierte Felder. Töpfe und Pfannen werden dort erhitzt, wo sie der Koch hinstellt. Das ist nicht neu, solch eine Freiheit bieten auch andere Hersteller an. Miele arbeitet mit zwölf länglichen Spiralen, die sich unterhalb der Glasoberfläche verteilen. Dazwischen sitzen 30 Sensoren, welche Größe, Position und Temperatur von Töpfen und Pfannen scannen. Jetzt kommt der Clou: Vertauscht man die Plätze, schiebt oder hebt also einen Topf auf eine andere Stelle, nimmt das Kochfeld nicht nur die Temperatureinstellung mit. Auch die Anzeige, mit der die Hitze eingestellt wird, wandert auf der schwarzen Schaltfläche mit. Ausschalten entfällt. Entfernt sich ein Topf länger als zehn Sekunden, schaltet sich die Anzeige und somit auch die Stelle, wo dieser stand, aus.

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