TV-Journalist Hinrich Lührssen verlässt „Bremer AfD-Diktatur“

Der Fernsehjournalist und Buchautor Hinrich Lührssen hat am Montag seinen Austritt aus der AfD bekanntgegeben. Überaus kritisch rechnete er mit dem Bremer Landesverband ab. Dort hätten „Anti-Demokraten das Sagen, die sich mit üblen Tricks an der Macht halten“, schreibt Lührssen in einer Pressemitteilung. Daher rate er davon ab, die AfD bei der Bürgerschaftswahl im Mai zu wählen.

Lührssen schreibt laut Medienberichten, bei der Listenaufstellung für diese Wahl habe es „schwerwiegende Manipulationen“ gegeben. Mit Parteiausschlussverfahren werde gegen Kritiker vorgegangen. Solche Verfahren liefen derzeit gegen 30 von nur 120 Parteimitgliedern. Die drohende Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz werde „schamlos ausgenutzt“, um Kritiker loszuwerden.

„Vorher nicht genügend nachgedacht“

Lührssen erlangte als Fernsehjournalist bei Radio Bremen mit humorvollen, manchmal schrulligen Beiträgen im Magazin „Buten un Binnen“ eine gewisse Popularität. Später arbeitete er auch für den Sender „stern TV“, eine Zeitlang als Chef vom Dienst. Als Autor veröffentlichte er drei humorvolle Bücher im Rohwolt-Verlag.

Im vergangenen Juni trat Lührssen zur Überraschung vieler der AfD bei. Er wollte nach eigenen Angaben etwas gegen die Einreise hunderttausender Migranten unternehmen. Kurz darauf wurde er in den Parteivorstand berufen. Den hatte Lührssen jedoch im Januar wieder verlassen, nachdem er in der Wahl des Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl seinem Konkurrenten Frank Magnitz unterlegen war. Damit wurde sein Plan durchkreuzt, Fraktionsvorsitzender in der Bremer Bürgerschaft zu werden.

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