Umfrage: Deutsche haben mehr Vertrauen in China als in Amerika

Zwei Jahre nach dem Amtsantritt von Präsident Trump haben die Deutschen einen Großteil ihres Vertrauens in die Vereinigten Staaten verloren. Knapp die Hälfte ist sogar der Meinung, dass die Volksrepublik China für Deutschland ein verlässlicherer Partner sei als die Amerikaner. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die traditionell amerikafreundliche Vereinigung Atlantik-Brücke gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt hat. Bei der repräsentativen Befragung von 5000 Personen bewerteten 85 Prozent das Verhältnis als negativ oder sehr negativ.

Peter Carstens

Dieser Befund galt in nahezu gleicher Weise für Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien. Lediglich Anhänger der AfD stuften die Beziehungen tendenziell als etwas besser ein. Mehr als die Hälfte der Befragten war für eine weitere Distanzierung von den Vereinigten Staaten. Eine stärkere Annäherung an Amerika wünschten sich nur 13 Prozent, bei den SPD-Anhängern waren es nach Auskunft der Umfrage lediglich 2,9 Prozent der potentiellen Wähler.

Röttgen: Ergebnisse nicht überraschend, aber unerfreulich

Befragt danach, ob Amerika oder China der bessere Partner für Deutschland wäre, war ein Drittel der Befragten unentschieden. Die größte Gruppe, nämlich 42,3 Prozent, war der Meinung, dass China eher oder eindeutig der bessere Partner wäre. Norbert Röttgen, der dem Vorstand der Atlantik-Brücke angehört, sagte zu den Ergebnissen, sie seien für ihn „in der Richtung nicht überraschend, aber gleichwohl unerfreulich“.

In einem Dilemma sieht er Deutschland allerdings bei der Betrachtung der Folgerungen. Denn weniger Kooperation mit den Vereinigten Staaten bedeute, dass Deutschland zwangsläufig mehr in seine Sicherheit investieren müsse. Das wiederum werde klar abgelehnt. So will nur ein Viertel der Befragten, dass Deutschland das in der Nato vereinbarte Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben erreicht.

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