Virtuelles Auktionshaus des Zolls: Schnäppchenjäger auf Jagd nach Kuriosem

Es gibt allerhand Alltägliches und unglaublich Ungewöhnliches – und alles kommt im „Behörden-Ebay“ unter den Hammer. Während die Bieter bei den Versteigerungen auf Schnäppchen hoffen, freuen sich die Behörden als Warenanbieter über einen Geldregen für die Staatskasse. Nach fast 17 Jahren seit der Vorstellung hat das Internet-Auktionsportal www.zoll-auktion.de erstmals die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro überschritten, wie der Zoll der Deutschen Presse-Agentur in Bad Hersfeld sagte.

Im virtuellen Auktionshaus des Zolls für Bund, Länder und Gemeinden werden gepfändete, beschlagnahmte und aussortierte Artikel versteigert. Die Zahl der Anbieter steigt stetig, mittlerweile sind es knapp 4900, die ihre Güter über die von Bad Hersfeld aus betreute Internetseite des Hauptzollamts Gießen versteigern. Mit dabei sind kleine Gemeindekassen von Helgoland bis Oberstdorf und bis hin zu Bundesministerien. Die Gewinne kommen der öffentlichen Hand zugute.

Deutschlandweit einmalige Plattform

2018 machten die Behörden mit den Auktionen 83,6 Millionen Euro Umsatz. Zugleich erzielten sie einen Rekorderlös von 30,4 Millionen Euro.

Die deutschlandweit einmalige Plattform habe sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, bewertet Reiner Emmerich, Leiter der Vollstreckungsstelle in Bad Hersfeld. In Osthessen entstand die Idee. Und 2002 wurde sie auf der Fachmesse Cebit vorgestellt als Ergänzung zu den üblichen Vor-Ort-Versteigerungen, zu denen aber nur begrenzt Bieter anreisen.

Allerhand Ungewöhnliches kommt unter den Hammer

Mitbieten kann jeder, der volljährig ist und sich online registriert. Angeboten werden Artikel in 19 Kategorien; von A wie Antiquitäten bis W wie Wohnen. Rund 1900 Auktionen sind ständig online. Beliebt sind Fahrzeuge, Sportgeräte, Werkzeug, Schmuck, Uhren und Spirituosen.

Schnäppchen: Auf der Seite werden gepfändete, beschlagnahmte und ausgesonderte Artikel versteigert.

Es kommt aber auch allerhand Ungewöhnliches unter den Hammer. Derzeit versteigert die Stadt Linz ein Feuerwehrlöschfahrzeug aus dem Jahr 1973, Mindestgebot 2250 Euro. Noch bis zum 25. Februar können Angebote abgegeben werden. Wer es lieber schneller und schnittiger mag, konnte im November 2017 für einen gepfändeten Sportwagen aus dem Schwabenland mitsteigern. Nach dem Startgebot von 78.000 Euro entbrannte eine wahre Bieterschlacht. Die Edelkarosse brachte schließlich rund 160.000 Euro ein.

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