Zetsches Sohn Gregor: Ein neuer Zetsche am Daimler-Himmel

Zu Zetsche gehören Dieter als Vorname und Daimler-Chef als Funktionsbezeichnung – so war das bisher. Während Dieter Zetsche aber auf der Hauptversammlung Ende Mai seine operative Karriere nach mehr als 40 Jahren im Konzern mit dem Stern beendet, taucht der Name an anderer Stelle wieder auf – jetzt macht nämlich der Sohn Karriere: Gregor Zetsche ist der neue Chef von MBition, einer noch jungen Software-Schmiede für Mercedes.

Susanne Preuß

„Unsere Fahrzeuge sind Plattformen für digitalen Fortschritt. MBition verbindet die Flexibilität eines Startups mit den Ressourcen eines Weltkonzerns und unterstützt uns mit agiler Softwareentwicklung“, erklärt Ola Källenius, Forschungsvorstand und künftiger Daimler-Chef. Seit der Gründung von MBition vor 18 Monaten seien 200 Mitarbeiter eingestellt worden. Den Sitz hat das junge Unternehmen in Berlin – ein „idealer Standort, um die besten internationalen Köpfe zu finden und innovative Software zu kreieren“, so die Einschätzung von Gregor Zetsche.

Er selbst hat, obwohl erst 32 Jahre alt, reichlich Erfahrung in dem Metier. Nach einem Studium in Pennsylvania und an der TU München ist er Software-Ingenieur, sowohl mit einem Masterabschluss als auch einem MBA in der Tasche. Seit dem Jahr 2011 arbeitet er im Daimler-Konzern, war dort an der Entwicklung von Eco-Displays beteiligt, die dem Fahrer anzeigen, wie umweltfreundlich seine aktuelle Fahrweise ist. Weitere Stationen führten ihn nach Japan und dann nach Sunnyvale, wo er ein Team im Bereich User Interface leitete.

Weiterer Zetsche-Nachwuchs ist auf absehbare Zeit wohl nicht im Daimler-Konzern zu erwarten – denn die Geschwister des Software-Talents haben sich in Richtung Gesundheit orientiert. Markus Zetsche hat zwar Maschinenbau studiert, ist aber bei Siemens Healthineers in Singapur tätig.

Nora Zetsche ist Radiologin und war an der Gründung des Unternehmens Vita Health in New York beteiligt, das Patientendaten digital aufbereitet. Im Aufsichtsrat des Start-ups sitzt übrigens – Dieter Zetsche.

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